
Gemeinsam mit einer Gruppe engagierter Jugendlicher habe ich am 31.05.2012 in der Prenzlauer Friedrichstraße einen Infostand gegen Rechte Gewalt gestaltet. Anlass war die Erinnerung an den Punk Falko Lüdtke, der vor zwölf Jahren in Eberswalde zu Tode kam.
Unter www.exil-eberswalde.de, liest man dazu:
„Der letzte Tag von Falko Lüdtke
Eberswalde, 31. Mai 2000. An einer Bushaltestelle trifft Falko Lüdtke auf Mike Bäther, von dem er wusste, dass er der rechten Szene in Eberswalde angehört und auf dem Hinterkopf ein ca. acht Zentimeter großes Hakenkreuz-Tattoo trägt. Falko Lüdtke stellt Bäther deshalb zur Rede. Beide steigen in einen Bus ein, wo sie die verbale Auseinandersetzung über die Gesinnung Bäthers weiterführen. …“
Später: „… Als der Angeklagte und Falko Lüdtke in der Bustasche – am Rand zur Fahrbahn – standen, versetzte der Angeklagte, der in Richtung Straße blickte, dem mit dem Rücken zur Fahrbahn stehenden Falko Lüdtke einen Schlag auf den Brustkorb… Falko Lüdtke verlor dadurch das Gleichgewicht und stolperte – sich zwei Schritte rückwärts bewegend – auf die Straße." Falko Lüdtke wird von einem Taxi erfasst und verstirbt noch am selben Abend an seinen Verletzungen.“
Mit einem Infoblatt zu dem Tathergang und einer weißen Nelke in der Hand gingen wir auf die Passanten zu und versuchten mit ihnen über die Verharmlosung rechter Gewalt zu reden. Auch Bemerkungen wie: „Ach das ist doch alles schon so lange her…“, hielten uns nicht davon ab, auf die lauernde Gefahr hinzuweisen. Meist allerdings wurden gerade die Jugendlichen von den Gesprächspartnern dazu aufgefordert, in ihrer Argumentation gegen die Umtriebe der Neonazis nicht nachzulassen.
Werden wir nicht! Zum Gedenken an den bestialischen Mord an Marinus Schöberl, am 13.07.2002 in Potzlow, haben wir mehrere Aktionstage in Prenzlau geplant. Sie werden ein weiteres mal daran erinnern, dass das menschenverachtende Gedankengut der Nazis eben nicht „weit weg und lange her“ ist.
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