29.05.2012 Im Wahlkreis unterwegs: Demografie – hautnah erlebt

Am Dienstag nutzte ich meinen Tag im Wahlkreis. um mit Vertreterinnen und Vertretern des Mieterbundes, der Kleider- und Möbelbörse des Arbeiter-Samariter-Bundes und der Wohnungsgenossenschaft in Prenzlau ins Gespräch zu kommen.

Beim Mieterverein Prenzlau wurde ich vom Vorsitzenden Herrn Völz, seiner Stellvertreterin Frau Bohrmann und einem weiteren Mitglied des Vorstandes, Herrn Beiler, begrüßt. Mit derzeit 687 Mitgliedern vertritt der Verein weitaus mehr Mitglieder, als andere Mietervereine unserer Region. Dabei wird zunehmend problematisch, dass im Bereich Templin keine Sprechstunden mehr stattfinden. Nicht Jeder, der eine Beratung benötigt, ist noch in der Lage, den Weg nach Prenzlau auf sich zu nehmen. Andererseits sehen sich die durchweg älteren Mitglieder des Vorstandes außerstande, eine regelmäßige Beratung in anderen Orten anzubieten. Es fehlt der Nachwuchs. Die Beratung der Hilfesuchenden findet immer auf der Grundlage des Mietvertrages statt. Wer böse Überraschungen vermeiden will, sollte sich bereits vor Abschluss des angebotenen Mietvertrages beraten lassen. Probleme, wie Unstimmigkeiten bei den ausgewiesenen Quadratmetern der Wohnungen, bei der Übernahme der Kosten für Reparaturen und bei Nebenkostenabrechnungen stehen oft im Mittelpunkt der Beratungen. So bringt auch gegenwärtig die zeitverzögerte Nebenkostenabrechnung viele Mieter in Schwierigkeiten. Gerade bei den steigenden Heizkosten sind Nachzahlungen vorprogrammiert und belasten die Familienkasse oft mehr als machbar. Auf die Zusammenarbeit mit den Vermietern bezogen, lobte Herr Völz die gute Zusammenarbeit mit den großen Wohnungsunternehmen. Mehr Klärungsbedarf gibt es mit privaten  Vermietern. Als ganz harte Nuss bezeichnet der Vereinsvorsitzende die Problemfälle, die nicht geklärt werden können, weil der Vermieter nicht greifbar oder gar nicht bekannt ist. 

Im gleichen Haus wie der Mieterverein befindet sich auch die Kleider- und Möbelbörse des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB).  Die zur Zeit hier beschäftigten Frauen haben alle Hände voll zu tun, um die angelieferten Sachen für den Verkauf – für kleines Geld – vorzubereiten. Für zwei von ihnen läuft Ende des Jahres die Beschäftigung aus. Sie waren bisher über „Kommunal-Kombi“ hier beschäftigt. Wie es weitergeht ist noch vollkommen offen. Sicher ist nur, dass die Nachfrage nach den aufbereiteten Sachen sehr groß ist. Die Frauen gaben mir eine Bitte mit auf den Weg. Sie werden gegenwärtig von einem überaus fleißigen Mann unterstützt. Ihrer Meinung nach, sollte er unbedingt eine bezahlte Beschäftigung bekommen. Ich werde mich mit dem Sachverhalt an das zuständige Jobcenter wenden, vielleicht gibt es eine geeignete Maßnahme!?

Am Mittag war ich mit den Vorstandsvertretern der ansässigen Wohnungsgenossenschaft verabredet. Herr Wolf und Herr Eckardt nahmen sich Zeit, meine Fragen zu beantworten. Hinsichtlich der demografischen Entwicklung sagten sie ganz klar, dass es ohne ein entsprechendes Förderprogramm für kein Wohnungsunternehmen möglich sein wird, die notwendige Anzahl an Aufzügen in den Wohnblöcken zu schaffen. Gerade dieser „Komfort“  ist entscheidend für den Verbleib älterer Mieter in ihrer Wohnung. Aber auch die flächendeckende Einrichtung von Messstellen zur Trinkwasseruntersuchung stellt einen, ihrer Meinung nach unnötigen finanziellen Aufwand dar. Nötig wird dieser Aufwand durch eine kürzlich beschlossene Novellierung der Trinkwasserverordnung. Die Trinkwasserleitungen sollen dadurch auf einen Legionellen-Befall geprüft werden. So sind Investitionen nötig, die über kurz oder lang vom Mieter zu tragen sind. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass es in den ALG- II-Bestimmungen seit Jahren keine Anpassung an die Realitäten gibt. Auf ihr Neubauobjekt am Marktberg befragt, berichteten die Vorstandsmitglieder, dass sie die geplante Investition von 8 Millionen Euro unbedingt einhalten wollen. Dazu treten sie gezielt mit Handwerksunternehmen in Verbindung, die sowohl qualitätsmäßig als auch finanziell zu ihrem Wort stehen. Und auch sie stehen zu ihrem Wort: Von ihrer Seite garantieren sie den Bezug der Geschäfte vor Eröffnung der Landesgartenschau im nächsten Jahr. Sie sehen das Projekt am Marktberg als ihren Beitrag dafür, in Prenzlau wieder eine wahrnehmbare Innenstadt zu schaffen.

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