
(Berlin, 15.03.2011) Die andauernde atomare Gefahr in Japan veranlasst Kanzlerin Merkel zu einem dreimonatigen Aussetzen der Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke. Die Sicherheit soll für jedes Atomkraftwerk strengstens und ohne Tabu überprüft werden. Dazu erklärt die Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Sabine Stüber, empört:
„Atomkraftwerke sind technisch nicht beherrschbar, das sehen wir in Japan einmal mehr. Im übrigen bin ich überrascht, dass die Bundeskanzlerin jetzt eine strenge Sicherheitsüberprüfung der Atomkraftwerke anordnet. Nach Aussagen des Bundesumweltministers waren genau diese strengen Sicherheitsüberprüfungen die Voraussetzung für den Beschluss der Koalition zur Laufzeitverlängerung im letzten Herbst. Dieser Beschluss ist nun zu einem schwarz-gelben Störfall geworden. Jetzt kann man nur hoffen, dass der naturwissenschaftliche Sachverstand von Frau Dr. Merkel nach der Denkpause dem Druck der Energiewirtschaft standhält.“
Alle Oppositionsparteien fordern mit der Mehrheit der Bürger des Landes, dass die Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Atomkraftwerke rückgängig gemacht werden muss. Die LINKE hält auch für erforderlich, dass die sieben ältesten Atommeiler und zusätzlich der Pannenreaktor Krümmel in Schleswig-Holstein sofort und dauerhaft vom Netz genommen werden.
„Wir brauchen den schnellstmöglichen und unumkehrbaren Ausstieg aus dieser Horrortechnologie. Das heißt für 7+1 die sofortige Abschaltung. Diese acht störanfälligsten Atomkraftwerke in unserem Land können, ohne das es Engpässe in der Stromversorgung geben wird, direkt vom Netz genommen werden “ meint Sabine Stüber.
Sie fügt hinzu: „Ich denke oft an die Menschen in Japan, die durch das Erdbeben mit all seinen Folgen soviel erleiden. Unser Mitgefühl darf nicht im politischen Alltag der neu entflammten Atomausstiegsdiskussion in Deutschland untergehen, so wichtig diese auch ist. Wir alle sollten überlegen, was wir tun können, um den Menschen in Japan, die alles verloren haben und denen jetzt weiter Gefahr für Leib und Leben droht, zu helfen.“
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